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HU 1996 DE 1996 US 1998 FR 2000
Mindenki másképp 
<br>egyforma 
<br> Optimal entschieden? Moral Calculations Les aléas de la raison
IT 2000 ES 2001 DE 2002 RO 2007
Calcoli Morali Los Azares de la Razón Die Logik der Unvernunft Logica (I)rationalitatii



László Mérö: Mindenki másképp
egyforma (Optimal entschieden? - Birkhäuser
Die Logik der Unvernunft - Rowohlt
Spieltheorie, und die Psychologie rationalen Denkens)

357 S. (Ungarn 1996 )
Exposé


John Neumann’s Spieltheorie hat sich nicht nur für die Untersuchung von Gesellschaftsspielen mathematischer Natur als ein probates Mittel erwiesen, sondern auch für Konfliktlösungen verschiedener Art - egal ob es sich dabei um Konflikte zwischen Menschen, Tieren oder sogar zwischen Großmächten handelt. Das Buch stellt die Grundbegriffe und elementaren Zusammenhänge der Spieltheorie mit Hilfe von zahlreichen kurzweiligen und zum Nachdenken anregenden Beispielen vor.
Zunächst sind Beispiele aus dem täglichen Leben angeführt, die auf originelle Weise zeigen wie die Spieltheorie uns dazu verhelfen kann, in komplizierten Situationen optimale Entscheidungen zu treffen. Später, als dem Leser immer klarer wird, welche Art von Problemen im Rahmen der Spieltheorie besonders wirksam behandelt werden können, tauchen unerwartete, große Ähnlichkeiten mit den grundlegenden Problemen verschiedenster Zweige der Natur- und Sozial-wissenschaften auf. Als hervorragender, gedanklicher Rahmen erweist sich die Spieltheorie beim Verstehen der Ursachen der in der Welt vorhandenen zahlreichen Arten von Vielfalt, von der Quantenphysik bis zum Tierreich, sogar bis zum menschlichen Denken.
Das Buch besteht aus drei Hauptteilen. Im ersten Teil stellt der Autor die Grundideen von John Neumann’s Spieltheorie vor. Zwar werden die technischen Details ausgeklammert, doch werden die strukturellen Zusammenhänge der Spieltheorie auf hohem, abstraktem Niveau behandelt, mit speziellem Bezug darauf, wie wirksam sich die Spieltheorie bei der Lösung schwieriger ethischer und entscheidungstechnischer Probleme erweist. Die unterhaltsame Schilderung der Vielfalt von Konfliktsituation und gesellschaftlicher Fallen ist stets mit feinem, intellektuellen Humor durchwoben.

Der zweite Teil veranschaulicht die Anwendbarkeit von spieltheoretischen Überlegungen und Modelle in fünf wissenschaftlichen Disziplinen: Mathematik, Psychologie, Biologie, Wirtschaftswissenschaft und Quantenphysik. Sie weist in erster Linie darauf hin, welche neue Resultate man im Vergleich mit den traditionellen Möglichkeiten der Annäherung erreichen kann, und welche Lösungen klassischer, wissenschaftlichen Probleme durch die Plazierung in den spieltheoretischen Rahmen möglich geworden sind. Die einheitlichen Grundprinzipien der Spieltheorie treten in mannigfaltiger Form sowohl in der physischen und in der biologischen als auch in der humanen Welt in Erscheinung.

Die Probleme auf den verschiedenen wissenschaftlichen Gebiete werden vom Autor geistreich und allgemeinverständlich aufgezeichnet, so, daß man sie ohne spezifische Vorkenntnisse versteht. Jedes der fünf Kapitel des zweiten Teils kann als eigenständiges Essay fünf voneinander weit entfernter, auch einzeln sehr interessanter und wichtiger Wissenschaftsgebiete aufgefaßt werden, deren Grundprobleme, durch die Brille der Spieltheorie betrachtet, überraschende Ähnlichkeiten aufweisen.

Der dritte, womöglich der interessanteste Teil des Buches befaßt sich mit der Frage: Wie können die zuvor beschriebenen Verfahren und Modelle im täglichen Leben nützlich angewandt werden. Hier wird das wesentliche der Natur der Rationalität unter die Lupe genommen. Der Autor zeigt den feinen Unterschied zwischen rationellen und logischen Annäherungsmodellen.
Viele Forschungsergebnisse der experimentellen Psychologie deuten darauf hin, daß es echte, lupenreine Rationalität im menschlichen Denken wahrscheinlich nicht gibt. Dennoch können wir im Alltag des öfteren eindeutig rationelle, menschliche Offenbarungen beobachten. Mit Hilfe der Spieltheorie wird es verständlich, wie bestimmte Denkweisen, die an und für sich bei weitem nicht rationell sind, Handlungen und Entscheidungen hervorrufen, die eindeutig rationell sind.

Die, in diesem Buch vorgestellten Erwägungen lassen selbst den Begriff „Rationalität“ in ein neues Licht rücken.

Leserzielgruppe:

Da das Buch vom Leser nicht mehr mathematische Kenntnisse abverlangt, als die Beherrschung der vier Grundrechenarten, spricht es einen breiten, für intellektuellen Themen empfänglichen Leserkreis an. Für Gymnasiasten älterer Semester oder für Hochschulstudenten ist es ein spannendes, lehrreiches, geistiges Abenteuer. Aber auch für diejenigen, die sich mit den Geistes- und Naturwissenschaften, mit der Psychologie oder mit der Mathematik professionell befassen, ist dies eine herausfordernde Lektüre.
Inhaltsverzeichnis
I. SPIELE DER MORALITÄT
1. Versteigerung und Posieren
Boxen ist der Sport, wo auch der Sieger Prügel bezieht
2. Der Draufgänger als Held
Dachten alle gleich, hätte das Pferderennen keinen Sinn.
3. Das Dilemma des Gefangenen
Daß du ein Gitter vor dir siehst, bedeutet nicht, daß du gefangen bist. Es kann sein, daß du draußen bist.
4. Die goldene Regel
Wenn zwei unterschiedliches tun, kann es das selbe sein.
5. Der Bluff
Manche Yogi können eine lange Nadel durch ihre Brust stechen. Aber das ganze ist ein Schwindel: Sie verschieben dabei ihr Herz.
II. DAS URSPRUNGSGEBIET DER VIELFALT
6. John Neumann’s Spieltheorie
Es ist eine mathematische Tatsache, daß man die vernünftigste Lösung oft durch Aufwerfen eine Münze erreichen kann.
7. Wettbewerb für den gemeinsamen Zweck
Die Tadellosigkeit ist unverzeihlich.
8. Falken und Tauben
Der Altruist tut in erster Linie seinem eigenen Altruismus gutes.
9. Sozialismus und freier Wettbewerb
Während sie sich für die Beute zerreißen, kannst du sie nehmen.
10. Die Spiele der elementaren Teilchen
Eine Frau ist immer noch berechenbarer als ein Elektron.
III. DIE PSYCHOLOGIE DER RATIONALITÄT
11. Sie liebt mich, sie liebt mich nicht
Wer die Blüten pflückt, möchte eigentlich wissen, ob er selbst liebt.
12. Intelligente Rationalität
Mein Gehirn versteht es, ich jedoch nicht.
13. Kollektive Rationalität
Man sucht dich zuerst in den besten Verstecken.
14. Die Vielfalt des Denkens
Das menschliche Denken ist nicht rationell und dadurch wird es rationell.
15. Viele Wege führen nach Nirvana
Die Vielfalt der Gleichheit





Kritiken / Reviews:

Berlinske Tidenke (NO)
IlGazzettino (IT)
Rheinischer Merkur (DE)
Weltwoche (DE)





Weitere Werke dieses Autors:

Csapodár Természete (Ich hab‘ doch meine Prinzipien!)
Uj Észjárások (Die Grenzen der Vernunft – Kognition, Intuition und komplexes Denken)
A pénz evolúciója (Die Biologie des Geldes – Darwin und der Ursprung der Ökonomie)
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