S. Back - agentur für ungarische literatur - agency for hungarian literature

 
 
HU 2008 IT 2007 DE 2009
A pénz evolúciója L’evoluzione del denaro Die Biologie des Geldes



László Mérö: A pénz evolúciója (Die Biologie des Geldes – Darwin und der Ursprung der Ökonomie)

Roman, 348 S. (Ungarn, 2008)
Exposé


Wir alle wissen, dass das Geld sich vermehren kann. Es verhält sich aus dieser Sicht wie die Lebewesen. Was ist, wenn wir diese Analogie für einen Augenblick ernst nehmen und das Geld aus der Sicht eines Biologen betrachten? Zunächst können wir anhand der Erkenntnisse der Biologie davon nichts gebrauchen. Was sollen wir mit der Genetik anfangen oder mit der Doppelspirale oder mit der Evolution? All diese befassen sich mit lebendigen Dingen wie das Geld – wenn es überhaupt einen Sinn macht, das Geld als etwas lebendiges anzusehen.
Und es macht sehr wohl einen Sinn. Wenn auch die konkreten Entdeckungen der Biologie sich nicht auf das Geld beziehen, die bewährte Logik des biologischen Denkens funktioniert beim Geld dennoch. Das Geld, genauer das zum Kapital gewordene Geld, erweist sich als etwas lebendiges, ähnlich wie das Gen. Und die komplexen Lebewesen, die vom Kapital als Gen produziert werden, sind die verschiedenen kleinere und größere Unternehmen.
Die vom Gen reproduzierten Mechanismen unterscheiden sich gänzlich von denen des Geldes. Die vom Gen basieren auf den biochemischen Mechanismen der Natur, während die vom Geld auf den psychologischen Mechanismen des Menschen. Dennoch stellt es sich heraus, dass die logische Struktur des Ablaufs der zwei verschiedenen Selbst-Reproduktionen identisch sind. Das Verständnis für diese Logik verhilft uns auch zur Beantwortung mancher Alltagsfragen:
- In welchem Ausmaß trifft es zu, dass das Geld nicht stinkt?
- Besitzt die Moralität einen eigenständigen Wert?
- Die Produktion zahlreicher Werte mit ökonomischem Wert bedarf das Vorhandensein bestimmter menschlichen Beziehungen. Wie beeinflussen die informellen menschlichen Beziehungen die wirtschaftliche Aktivität?
- Warum strebt nach weiteren Millionen, wer bereits eine Million besitzt, obwohl er schon ausgesorgt hat und sogar seinem Enkel genug vererben kann? Wie erklärt sich, dass für viele Reiche oberhalb einiger Millionen schon jeder Cent zählt?

Das Zielpublikum:

Gemeint sind die wißbegierigen, intellektuell eingestellten Leser. Der Stoff dient als Denkansatz, der in einigen wissenschaftlichen Disziplinen wie Evolutionsbiologie, Wirtschaftswissenschaft, Psychologie umherstreift.





Inhaltsverzeichnis:

Vorwort:
Über den zinsbringenden Dorsch.
Mit Hilfe einer robinsonschen Lehrfabel werden die Hauptfunktionen des Finanzwesens erleuchtet.

I. DIE LEINE UND DIE HUNDE
Ergebnisse der Forschung im Grenzbereich zur Biologie.

1. Das Minimum des Lebens
Das logische Minimum der Selbstreproduktion: Neumanns selbst produzierende Automat. Das chemische Minimum der Selbstproduktion: der Chemoton. Das biologische Minimum der Selbstproduktion: der DNS. Alle vereint: der Replikator.
2. Der allgemeine Darwinismus.
Die Gefahren der Verallgemeinerung von Darwins Lehre. Das egoistische Gen und dessen Übertragung auf andere Arten von Replikatoren. Begriff und Funktionieren der Ko-Evolutionen. Nicht das Gen ist das Herrchen, und alle anderen Replikatoren der Hund, der die biologische Evolution nach sich zieht, sondern die Leine ist vielfach verzweigt, an jedem Ende rennt ein Hund umher und jeder Hund ist nur besorgt um seine eigene Selbstreproduktion, und es gibt kein Herrchen.
3. Die Wissenschaft der Memetik.
Der Fachbegriff für Ideen, Gedanken: die Memen. Evolution der Memen. Das Geld als Mem.
4. Der Homo informaticus
Psychische Merkmale des Homo Informaticus. Der H.I. als Produkt der Ko-Evolution der Gene und der Memen. Der H.I. ist nicht eher rationell als der Homo Sapiens.

II. WIRTSCHAFT UND PSYCHOLOGIE
Die Erkenntnisse der Wirtschaftslehre und der Psychologie. Die Sichtweisen dieser Disziplinen.
5. Die Entstehung des ökonomischen Wertes.
Der Begriff des ökonomischen Wertes. Die wertschöpfende Rolle des Tausches. Die Sichtweisen der Wirtschaftslehre.
6. Die Natur der Entscheidungen in der Wirtschaft.
Der grundlegende Unterschied zwischen den Entscheidungen von Konsumenten und Investoren. Die Rolle des Geldes und der Nützlichkeit.
7. Die Gedankenwelt der Volkswirtschaft
Begriff und Rolle des Risiko bei wirtschaftlichen Entscheidungen. Die Forschung von Kahnemann und Tversky im Bezug auf die Sensibilität für Risiko.
8. Die psychologische Seite der Medaille
Für Geld sind Menschen zu vielem bereit. Hunde und Affen aber selbst dann nicht, wenn sie hungrig sind. Das Geld als humanspezifischer Motivierer.

III. DIE LOGIK DES LEBENS

9. Die gödelschen Mechanismen
10. Die Logik der Selbst-Reproduktion
Der Gedanke vom lebendigem Geld überzeugt: Die tiefe Parallele zwischen DNS, den Memen sowie der Selbst-Reproduktion des Geldes.
11. Das Geld als Replikator
Warum erzeugt das Geld eine eigenständige, spezifische Form des Lebens.

IV. DAS EGOISTISCHE GELD

Die professionellen Anleger denken nicht einmal daran, dass das Geld mit dem sie arbeiten, identisch ist mit dem Geld, das sie im täglichen Leben ausgeben. Das angesammelte Kapital dient anderen Zwecken, selbst wenn man es besitzt und darüber verfügen kann. Auch einen Hund besitzt man, doch fällt es niemandem ein ihn zu verspeisen.
12. Die Überlebensmaschinen des Geldes
Das Funktionieren des Investierens und der Anleger.
13. Seit den Phöniziern.
Die wichtigsten Stufen der Evolution des Geldes. Das Geld als Information. Geld als Verkörperung von Vertrauen. Wenn das Geld nicht mehr ist als einige Bits in einem Rechner.
14. Die Finanzgeschäfte des Homo informaticus
Der Mensch ist nicht nur das gemeinsame Ergebnis der Gene und der Memen, sondern auch der Ko-Evolution des Geldes. Er kann auch Glück empfinden darüber, dass er in diesem Schauspiel unersetzlich ist und darin eine aktive Rolle einnehmen kann Er kann dem kontinuierlichen Kampf der Replikatoren zuschauen, wie in einem Kino.




Kritiken / Reviews:

der Freitag (DE)
der Freitag (DE) Forts.
Evilag (HU)
Handelsblatt (DE)
Harvard Business Manager (HU)
Kultura (HU)
Magyar Radio (HU)
Neue Zürcher Zeitung (CH)





Weitere Werke dieses Autors:

Csapodár Természete (Ich hab‘ doch meine Prinzipien!)
Uj Észjárások (Die Grenzen der Vernunft – Kognition, Intuition und komplexes Denken)
Mindenki másképp egyforma (Optimal entschieden? - Birkhäuser
Die Logik der Unvernunft - Rowohlt
Spieltheorie, und die Psychologie rationalen Denkens)

Az Érzelmek Logikája (Die Logik der Gefühle)


<-- László Mérõ