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HU 1987
Magántörténet



Judit Fenákel: Magántörténet (Arbeitstitel "Die Versuchung"),

Roman, 177 S. (Ungarn, 1987)
Exposé


Die Provinzstadt Várkony bereitet sich auf ein Fest vor. Das frisch renovierte Geburtshaus des in Amerika berühmt gewordenen Malers György Harmath soll eingeweiht werden.
Zum Fest ist der Künstler selbst nach Várkony gereist.
Theaterdirektor Mihaly Hornok und seine Frau Bori, die Bühnenbildnerin sind auch unter den Gästen. Bori hat das Innere des Hauses entworfen und wurde auch mit der Betreuung des Künstlers beauftragt.
Hornok ist verbittert, denn die Sanierung des Theaters wurde wieder einmal auf die lange Bank geschoben, das Ensemble muss daher aus dem einsturzgefährden Theatergebäude ausziehen. Die Sparte Oper will man offensichtlich aufgeben, selbst das Schauspiel ist gefährdet. Nur die Operette wird weiter favorisiert und die Galerie Harmath wird noch unterstützt, dort kann man sich mit dem weltberühmten Künstler im Fernsehen zeigen.
Und jetzt nagt auch die Eifersucht an Hornok. Bei einem Streit fällt ein Papier aus Boris Handtasche. Harmath hat darauf den Grundriss einer Wohnung gezeichnet und dazugekritzelt: „Für Frau Bori als Andenken an unser gemeinsames Geheimnis“. Das Geheimnis, das Hornok nicht kennt: Statt dem unbedeutenden Haus der Familie Harmath ließ der Museumsleiter, ein fanatischer Lokalpatriot, eine schöne alte Villa renovieren und zum Geburtshaus von György Harmath erklären. Um das Fest nicht zu vermiesen, beschlossen Harmath und Bori dieses Geheimnis für sich zu behalten. Doch nun Hornok verdächtigt seine Frau, mit dem älteren Künstler ein Verhältnis zu haben. Ihm wird bewusst, dass nunmehr nicht nur seine Stellung als Intendant und Schauspieler auf der Kippe steht, er könnte sogar seine Frau verlieren.
Harmath ist kein idealer Partner in der protokollarischen Völlerei und dem geplanten Trinkgelage der örtlichen Größen. Auch die Zigeunermusik ist nicht seine Sache. Umso mehr fühlt er sich von der hübschen, zurückhaltenden Bühnenbildnerin angezogen. Auch Bori kann dem Annäherungsversuch des älteren Weltbürgers nicht widerstehen - na ja, ein bisschen Amerika wäre nicht schlecht…
Hornok beobachtet die sich offensichtlich entwickelnde Liaison. Er ist immer mehr davon überzeugt, dass er als erfolgsloser Volksschauspieler aus der Provinz es mit dem reichen und berühmten Künstler nicht aufnehmen kann.
Von der Datsche, in die man die wichtigen Gäste als „geschlossene Gesellschaft“ einzuladen pflegt, auf dem Weg nach Hause, überkommt Bori die Ernüchterung. Ihr wird bewusst, dass sie an der Seite des Künstlers zwar ein wesentlich leichteres Leben hätte, - doch Ihr Platz ist neben diesem Tölpel Hornok: Sein beschwerlicher Lebensweg ist auch der ihre…

Der Roman wurde 1987 in Ungarn auch als Fernsehfilm aufgeführt.





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<-- Judit Fenákel