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HU 2001
A kékezüst hölgy



Judit Fenákel: A kékezüst hölgy (Arbeitstitel „Die drei Leben von Olga“)

Roman, 130 S. (Ungarn, 2005)
Exposé


Die Ich-Erzählerin ist Journalistin und Lehrerin. Sie geht der ehemaligen Schülerin Kamilla zuliebe zur Beerdigung von deren Mutter Olga. Diese Familie gibt der Ich-Erzählerin Rätsel auf, denen sie nachgeht, indem sie Fragen an die tote Olga ausdenkt.

Olga, Kamillas Mutter verliert in den letzten Kriegstagen ihre jüdischen Eltern. Ihr Vater war Apotheker. Die sechzehnjährige Olga schleppt sich aus dem Konzentrationslager nach Budapest zurück, wo sich ehemalige Angehörige und Bekannte um sie kümmern. Zu ihnen gehört die Arztfamilie Masánszky, deren einziger Sohn Tibor soeben sein Medizinstudium beendet hat. Der junge, kontaktscheue und etwas hochnäsige Arzt, Abkömmling der vornehmen, katholischen Familie Masánszky, besucht Olga täglich im Waisenhaus und sorgt dafür, dass sie zur Schule geht und Fremdsprachen lernt. Später verliebt er sich in sie. Trotz heftiger Proteste seiner Familie heiratet er das vorzeitig ergraute Mädchen, das geneigt ist, für diese Ehe alles zu opfern. Olga tritt zum katholischen Glauben über, sie unterwirft sich dem Willen ihres Mannes ohne Wenn und Aber. Sie lebt mit ihm zwanzig Jahre lang in völliger Selbstaufgabe, jedoch sehr glücklich. Aus der Ehe geht Kamilla hervor.
Als plötzlich Tibor stirbt, bleibt die bisher rein auf die Mutter- und Hausfrauenrolle beschränkte Olga mit ihrer Tochter allein. Sie bricht alle bisherigen Brücken ab und will ihr eigenes Leben führen.
Es stellt sich heraus, dass Olga eine souveräne, intelligente Frau ist, die es versteht, aus ihren Kochkünsten Nutzen zu ziehen. Zunächst tritt sie eine Stelle in einem venezianischen Hotel an. Mit Geld kehrt sie nach Ungarn zurück und baut eine eigene Pension auf. Behilflich sind ihr dabei ihre Kochkünste.
Von Männern bleibt sie lange abgeschottet, aber im Lauf der Jahre dringen einige doch zu ihr vor... Sie führt öffentlich ihre Kochkunst vor, sie findet Anerkennung in den Medien und verdient viel Geld. In Ungarn ist Olga eine der ersten Frauen, die Naturkost anbieten.
Wie sie nach einem halben Leben im Haushalt sich neu entdeckt - diese Metamorphose erfasst die Ich-Erzählerin im fiktiven Interview mit der toten Olga.





Kritiken / Reviews:

Angyalszárny (HU)





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<-- Judit Fenákel