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HU 2003 NO 2008
Kemény vaj Hard Som Smor



Kriszta Bódis: Kemény vaj(Arbeitstitel: Harte Butter)

Roman, 372 S. (Ungarn, 2003)
Exposé


Kriszta Bódis's Erstlingsroman Kemény vaj („Harte Butter“) führt in die Welt der ungarischen Roma. Erzählerin der Geschichte ist Kicsilány („das Mädchen“), ein unter äußerst schwierigen Bedingungen aufgewachsenes fast stummes Mädchen, das seine Gedanken in einem Tagebuch niederschreibt.
Sie tut dies in einer eigenwilligen, oft fehlerhaften, doch sehr lebendigen, ausdrucksvollen und authentischen Sprache. Von dieser Erzählstimme wird der Roman geprägt, und ihr verdankt er seine außergewöhnliche Wirkung.

In der Barackensiedlung einer Industriestadt aufgewachsen, vom Vater mißbraucht, von der Mutter und den Geschwistern vernachlässigt, ist Großmutter Sári die Einzige, die dem empfindsamen Kind Liebe und Wärme entgegenbringt. Doch auch sie vermag den Gang der Dinge nicht aufzuhalten.
Das Mädchen wird in ein staatliches Fürsorgeheim gesteckt, wo es - kaum dreizehn - den schlimmsten körperlichen und seelischen Erniedrigungen ausgesetzt ist.
Dem Heim entkommen, geht sie nach Budapest und wird von einem Verwandten in die Straßenprostitution getrieben. Sie arbeitet für zwei Zuhälter, wird schwanger, bekommt mit vierzehn ein Kind, das man ihr wegnimmt. Bald landet sie einer Bagatelle wegen im Gefängnis, bringt dort, ohne Urteil anderthalb Jahre zu. Ein Priester nimmt sich ihrer an, doch auch er kann ihr letztlich nicht helfen. Sie wird abermals schwanger und man ahnt, daß ihr Weg schließlich in die Prostitution zurückführen wird.

Die einzige Absolution für das Mädchen ist das ständige Spinnen des Schmerzes zu einem literarischen Werk.
Kriszta Bódis's erster Roman handelt von einem Leben, das geprägt ist von Ausgeliefertsein, dem Kampf gegen ein Schicksal, das nicht das eigene ist. Es werden gesellschaftliche und politische Fragen beleuchtet. Das so entstandene Buch ist von beeindruckender Authentizität.
„Harte Butter“ kann auch als Entwicklungsroman eines sich nach Emanzipation sehnenden Mädchens gesehen werden, das entschlossen ist, Schriftstellerin zu werden. Und gibt es für einen echten Mädchenroman ein schöneres, würdigeres Thema? 

Kritikauszüge aus Ungarn:

Die Protagonistin von „Kemény vaj“ ist im Sinne von Kertész schicksallos, sie hat keine wirkliche Chance auf einen Ausstieg aus der Determiniertheit….Die große Wirkung des Romans ist seiner neuartigen Erzählerstimme zu verdanken.
(Zsolt Szalai in Jelenkor)

Kriszta Bódis‘ Erstling ist sowohl ein harter Sozio-Roman als auch eine Poesie. Er erzählt von einem Leben, in dem die erhofften Wunder der Außenwelt lediglich eine Sehnsucht erweckende Rolle spielen.
(Szabolcs Borók in Figyelö)

„Kemény vaj“ dringt in die Tiefe der Seele ein und beschreibt dabei auch die sozialen Probleme.
(Ilona Legeza in Könyvismertetö)

Der Roman von Kriszta Bódis ist ein wissenschaftlicher Klageruf…
(Kriszta Dékei in Amarodrom)

Bei Kriszta Bódis wird das Lesen über die Frauenwerdung zu einem erschütternden
und besonderem Erlebnis.
(Éva Bánki in Holmi)





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