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HU 2010
A barátságszédelgö



András Nyerges: A barátságszédelgö (Der Freundschaftsschwindler)

Roman, 488 S. (Ungarn, 2010)
Exposé


Wenn Freundschaften, Liebesbeziehungen zerbrechen, wer würde nicht davon träumen, dass der böse Traum nach dem Erwachen mit einer aufrichtigen Aussprache aus der Welt geschafft werden kann.
Liebe vorgaukeln, Heirat versprechen, die gefühlsmäßig ausgelieferte Person hereinlegen - ist als Heiratsschwindel strafbar. Ist es aber nicht genauso ein Vergehen die freundschaftlichen Gefühle eines Menschen zu missbrauchen? Um Freundschaftsschwindel geht es im neuen Roman von András Nyerges.

András, einer der Protagonisten der zwischen 1960 und 1963 in Ungarn spielenden Geschichte, fürchtet, um die Freundschaft seines Kommilitonen Ákom. Seit der Schulzeit sind die Beiden „beste Freunde“, sie teilen miteinander alle Geheimnisse, beide wollen Schriftsteller werden. Beide haben Hemmungen, sind linkisch und einsam, bei Frauen kommen beide nicht an.
Als András seinen Freund mit einem schönen Mädchen zufällig im Kino antrifft, fühlt er sich verraten, er fragt sich: warum er über diese Beziehung nur zufällig erfährt. Als es zur Aussprache kommt, schlägt Ákom András vor, sich endlich auch eine Frau „zuzulegen“. Am Besten soll er sich an der Uni umschauen. Von Palma Lednek, die András gefällt, rät er jedoch ab.
Ákom heiratet die Frau vom Kino… An der Hochzeit möchte András seinem Freund eingestehen, dass er trotz aller Warnungen, sich ausgerechnet in Palma verliebt hatte. Ákom hat für ihn keine Zeit, er ist nunmehr mit Problemen „Erwachsener“ beschäftigt.
Ákom gibt sein Studium auf, tritt eine Stelle bei einer Zeitung an, verdient gut, seine Erzählungen werden veröffentlicht. Trotz seiner Ehe, stellt er immer wieder anderen Frauen nach. Mit einem kindlichen Freund wie András, kann er über all das nicht mehr reden.
In der Beziehung mit Palma bekommt András eine untergeordnete Rolle, denn er ist es, dem diese Beziehung besonders viel bedeutet. Als Folge von Erziehung sind die Einstellungen der Beiden bezüglich Leben und Zukunft gänzlich unvereinbar. Da Palms erotische Ausstrahlung András fesselt, bleiben sie noch zusammen. Doch die Streitereien häufen sich und die Beiden trennen sich.

Palma Lednek wird eines Tages wegen wiederholter Teilnahme an Sexorgien eines bekannten, älteren Mannes als Zeugin zu einer Gerichtsverhandlung geladen. Ihr ist bewußt, sollte dies bekannt werden, bedeutet es das Ende ihrer Karriere. Den einzigen Ausweg sieht sie in einer raschen Eheschließung, um den Schein eines ordentlichen Privatlebens zu wahren. Sie geht wieder auf András zu. Der
Ehrenkodex befiehlt ihm, ihr in der Not zur Seite zu stehen, doch worin „die Not“ besteht, darüber weiß er nichts.
Nach der eiligen Eheschließung stellt es sich heraus, dass der Mann, der wegen den Orgien angeklagt werden sollte, sich ins Ausland abgesetzt hat. Der Prozess wurde abgesagt. Palma macht sich Vorwürfe: hätte sie dies einen Tag früher gewußt, hätte sie András, den sie eigentlich geringschätzt, nicht geheiratet.
Ihre Ehe ist Streitigkeiten mit Gehässigkeiten ohne Ende. Dennoch vermag das beidseitige Verlangen nach Sex eine zeitlang verdecken, dass sie vom Leben grundsätzlich anderes erwarten. Durch ständige Demütigungen versucht Palma András zur gefügigen Marionette zu machen. Er hingegen vertröstet sich, man bräuchte Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen. Palma und ihre Familie terrorisieren ihn, sie wollen alles kontrollieren, mit wem er sich triftt, wie er sich als Lehrer benehmen muß, damit er auf der Karriereleiter nach oben klettert. Selbst seine schriftstellerische Tätigkeit will man bestimmen.

Nach langer Wartezeit ist die Veröffentlichung von András‘ erstem Buch in Sicht. Palma tobt, hier geschieht etwas, was sie nicht mehr im Griff hat. In einem hysterischen Wutanfall zerreisst und zertritt sie die Korrektur des Buches. Selbst daraufhin löst sich András von ihr nicht.
Erst als beide ihr Lehrer-Diplom bekommen, verläßt András seine Frau und zwar heimlich, denn er will einem infernalen, ordinären Streit aus dem Wege gehen. Er ist bereit zu akzeptieren, dass er zukünftig ohne Verbündete oder Freunde auskommen muss.
Auf dem Weg zum Bahnhof begegnet er zufällig Ákom und siehe da, die Beiden können wieder miteinander reden. Beide wollen der Freundschaft erneut eine Chance geben…

Längere Auszüge aus dem Roman von András Nyerges erschienen bereits in „Népszabadság“, (Ungarns größter Tageszeitung), sowie im renommierten Literaturmagazin „Mozgó Világ“





Kritiken / Reviews:

hvg (HU)
Könyvhet (HU)





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Voltomiglan (Nichtvordemkind!)


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