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HU 2010
Az Érzelmek Logikája



László Mérö: Az Érzelmek Logikája (Die Logik der Gefühle)

341 S. (Ungarn, 2010)
Exposé


Gut möglich, dass die psychologische Forschung durch den ersten Satz in Tolstoi’s Anna Karenina „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre Weise unglücklich“ für ein halbes Jahrhundert irregeführt wurde. In der letzten Zeit ist das Glück zu einem zentralen Thema der psychologischen Forschung geworden. Es hat sich herausgestellt, dass es mindestens so abwechslungsreich ist wie das Unglück. Jeder glückliche Mensch ist auf seine Art glücklich – und demzufolge alle glücklichen Familien ebenfalls.

"Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt."– schrieb Blaise Pascal vor ca. vierhundert Jahren. Dank der Forschung in den letzten zwanzig Jahren ist jedoch eine überraschende Entdeckung entstanden:
Die Gefühle sind auch im rein logischen Denken vorhanden, mehr noch, gerade das rationelle Denken leidet in erster Linie unter ihr Fehlen Das gilt nicht nur für die positiven Gefühle, denn schlechte Laune oder ein Wutausbruch vermögen oft die Qualität unserer Gedanken zu verbessern, sie können uns auch bei Entscheidungen im Geschäftsleben helfen. Die Motive des Herzens und des Gehirns sind voneinander nicht zu trennen.

Das neue Buch von László Mérö macht einen größeren Leserkreis mit dieser neuen Betrachtung der Gefühle bekannt. Dabei verzichtet er bewußt auf das Fachchinesisch, nicht jedoch auf den intellektuellen Humor. Er stellt mehrere, interessante psychologische Experimente vor und verschafft dadurch dem Leser ein besseres Verständnis der Mechanismen seiner eigenen Gefühle. Der Leser erfährt, wie die verschiedenen Gefühle sein Denken beeinflußen.

Der erste Teil des Buches befaßt sich mit der Struktur und Grundtypen der Gefühle.
Im Laufe der Evolution wurden Gefühle verschiedener Art auf die gleichen Gehirnkanäle projeziert. Deshalb können wir uns bei einem Gefühl nur schwer oder überhaupt nicht festlegen, ob es durch äußerlichen Reiz, durch unsere eigenen Gedanken oder durch unsere spezifischen menschlichen Zielsetzungen, Überzeugungen, Glauben in uns entstanden ist.

In Kenntnis dieser drei Grundtypen stellt der zweite Teil dem Leser die Rolle der Gefühle beim Denken vor, beschreibt die Vorteile der schlechten Laune sowie die Bedeutung der emotionellen Intelligenz. Letztere ist eigentlich – wie es sich herausstellt - auch ein wichtiger Teil der allgemeinen Intelligenz.

Der dritte Teil analysiert die verschiedenen „Glücks-Portfolios“ und somit die stetig wachsende Rolle der Gefühle in der Wirtschaft.
Jeder Mensch optimiert sein eigenes „Glücks-Portfolio“ anders, und in der modernen Wirtschaft handelt es sich immer mehr um dessen Verwirklichung.

Die letzten drei Absätze fassen die Quintessenz so zusammen:

„Die menschlichen Gefühle wurden (aus Sicht des Ingenieurs) als Folge der, verblüffenden Pfuscherei der darwinistischen Evolution ziemlich durcheinander gebracht. Hier mischen sich drei grundverschiedene Arten von Logik untrennbar, wobei dieses durch die Evolution hervorgebrachtes Gemisch der menschlichen Rasse zum Überleben verhalf oder hatte es zumindest nicht verhindert.

Wenn das so ist, dann haben wir keine andere Wahl, als zu lernen, mit der verworrenen, jedoch mehrheitlich nützlichen und funktionsfähigen Inkonsequenz unserer Gefühle zu leben. Wir können es lernen, diese Verworrenheit der Gefühle sowohl in uns als auch in anderen, oder in der Wirtschaft für schön zu halten. Das Prosaische an den Ursachen kann das Poetische der Wirkungen nicht verhindern.

Unsere Kenntnisse über die Struktur der Gefühle können wir auch bewußt einsetzen zum Beispiel, indem wir lernen, unsere Gefühle zu beeinflußen, so dass sie besser helfen, bei der Bewältigung der aktuellen Aufgaben des Denkens – denken wir nur an Schiller, wie er beim Verfassen der „Ode an die Freude“ gerade faule Äpfel riecht oder an Stendhal, der vor dem Schreiben langweilige Gesetzbücher liest.
Eines können wir aber nicht lernen: Die unterschiedlichen, jedoch gleichförmigen Gefühle sicher von einander zu trennen.
Dennoch kann uns diese poetische Verworrenheit begeistern.
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Inhaltsverzeichnis

Die neue Betrachtung der Gefühle
Die gesunde Seele – Die Psychologie ist keine Biologie
Die Ökonomie ist keine Psychologie – Motive des Herzens

Die Struktur der Gefühle
GRUNDGEFÜHLE
Farben und Emotionen – Farbtests – Prismen der Gefühle – Gefühle am Poligraphen – Worte und Emotionen – Emotionen auf dem Gesicht – Die sechs Grundgefühle – Emotionen im Gehirn – Die James-Lange-Theorie – Bleistift im Mund – Infektiöse Gefühle – Biologisch programmierte Gefühle

REIN MENSCHLICHE GEFÜHLE
Der Auftritt des Selbst – Die Evolution der Gefühle – Erworbene Ohnmacht – Die erworbene menschliche Ohnmacht – Die Natur der Motivationen – Grundlegende und kognitive Motivationen – Rein menschliche Motivationen – Die drei Grundtypen der Gefühle – Die Liebe – Das Verliebtsein

PSYCHOLOGIE DES GLÜCKS
Ohnmacht die Krebs verursacht – Gelernter Optimismus – Das gewisse 40 (doch wenigstens 20) Prozent – Der depressive Realismus – Das „Flow“ – Das Duchenne-Lächeln – Die Geburt der positiven Psychologie – Die drei Glückskomponenten – Viele Wege führen zu Glück

JENSEITS DER GEFÜHLE
Stille Emotionen – Die Rolle der negativen Gefühle – Die Zaubersprüche – Der Appell – Leicht und geschwind – Die Wege der Selbsthilfe

Die Rolle der Gefühle beim Denken
DIE VORTEILE DER SCHLECHTEN LAUNE
Die gute Laune hilft kreativ zu sein – Die schlechte Laune hilft beim Entscheiden – Lebensnahe Experimente – Problemlösung – Brainstorming – Kontrollierte Wut

EMOTION – KEINE VERNUNFT
Wie denken die Emotionsgeschädigten? – Das Karten-Experiment – Somatische Marker – Das Pfuschen der Evolution – Descartes‘ Irrtum – Warum beeinflußt die Laune das Denken? – Die affektive Revolution der Psychologie – Gefühlskontrolle

EMOTIONAL INTELLIGENCE
Was ist Intelligenz? - Messen der Intelligenz – Der Begriff Intelligenz – Das IQ – Kreativität – Kreativität und Intelligenz – Spezielle Fähigkeiten – Der Begriff Emotional Intelligence – Messen des EQ – Das EQ als Teil des IQ – Wessen Plan ist das?

JENSEITS DES DENKENS
Kognitive und affektive Standpunkte – Kognitive Schemen – Natürliche und künstliche Gefühle – Das Gefühl der Authenzitität – Das Denken im Flow – Chaos im Gehirn – Das eigenständige Leben der kognitiven Schemen – Die Kontrollfunktion des bewußten Denkens

Die Rolle der Gefühle in der Wirtschaft
DIE ÖKONOMIE DER GEFÜHLE
Und die Notwendigkeiten gibt es nicht – Die Wissenschaft des Vertretens – Die Giffen-Güter der Ratten – Die Modelle der Ökonomie – Die Krise der Modelle – Nach der Vernunft ist es das Selbe, nach der Psyche ist es das nicht – Ökonomie des Verhaltens – Chaos in der Wirtschaft

ENTSCHEIDUNGEN IN DER WIRTSCHAFT
Sich abschaffende Kosten – Die Gegenwart als die Vergangenheit der Zukunft – Professionelle Entscheidungsträger in der Wirtschaft – Der Pokerspieler als Entscheidungsträger in der Wirtschaft – Das große Geheimnis – Wirtschaftliche Fähigkeiten – Planen und aus dem Finger saugen – Das Flow des Entscheidens

MOTIVATIONEN IN DER ARBEIT
Motivationen und Hygiene – Die TIDH (Tritt in den Hintern)-Motivationen – Innere Motivationen – Gelernte Gruppen-Ohnmacht – Die Macht als Motivator – Noble Bestien – Das Geld als Motivator – Wie kauft man Loyalität? – Absurde Summen

JENSEITS DER WIRTSCHAFT
Die Portfolien des Glücks – Glücksbusiness – Keine darwinistische Evolution – Das Beispiel Seligmans- Der Sinn der Gefühle – Liebenswertes Chaos

ANHANG:DER ZOO DER GEFÜHLE
Postitive Gefühle – Negative Gefühle – Gemischte Gefühle

Kritiken
Mérö´s Buch beweist: Emotionen und Denken sind untrennbar….// …Ob man eher auf sein Herz oder auf die Vernunft hört, dieses Buch hat seinen Platz im Bücherregal.
(Figyelö 2010/49)

László Mérö führt uns die Psichologie der Gefühle und deren Wirkung auf das rationelle Denken vor. Er spaziert mit uns schließlich in den „Tiergarten der Emotionen“….//…Ein fesselndes Buch, das man - gut gelaunt oder schlecht gelaunt - unbdedingt lesen sollte.
(fn. hu 29.1.2011)

Dieses Buch ist von großem Nutzen, es gibt dem Leser viel zu denken sowohl über seine Gefühle als auch über sich selbst. …//…Logik der Gefühle hilft uns zur Erkenntnis unserer Bedürfnisse und legitimen Emotionen… //… Mérö schrieb dieses Buch für Menschen, die gerne Gedanken über sich selbst, die Funktion des Geistes und Emotionen machen.
(bezs.hu 07.01.2011)





Kritiken / Reviews:

Új Szó (HU)





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